|
|
Marginalien aus zehn Jahren Verbandsarbeit: Stellungnahmen und Leserbriefe zu aktuellen Themen 27.09.98 Ausländerdiskrimierung im Berufsrecht: Berufsverbot für Psychotherapeuten aus Nicht-EU-Ländern Das Berufsverbot für Psychotherapeuten aus Nicht-EU-Ländern, das der § 2 des neuen Psychotherapeutengesetzes faktisch ausspricht, zeigt, in wie weit sich ausländerausgrenzendes und -feindliches Denken schon im (gesetzgeberischen) Alltag und damit in unserer aller Alltagsdenken durchgesetzt hat und wie weit wir uns schon vom liberalen und rechtsstaatlichen Geist unserer Verfassung entfernt haben. Tatsache ist doch, daß ein Berufszulassungsgesetz alleine im Interesse der Qualitätssicherung und Ergebnishaftung der Berufsausübung – in diesem Falle also im ureigensten Interesse der Patienten – zu rechtfertigen ist. Das sicherlich berufsintern begleitende einkommensorientierte Motiv der Konkurrenzminderung – das sich sonst ja z.B. auch auf die Ausschließung kurzsichtiger oder blonder Psychotherapeuten stützen könnte – darf für einen am Allgemeinwohl orientierten Gesetzgeber keine Rolle spielen. Wenn das Patientenwohl in unserem Falle durch eine solche Gesetzgebung sogar noch negativ berührt wird, liegt die Vermutung nahe, daß der Gesetzgeber mit dem Gesetz sachfremde Motive und Ziele durchsetzen will: der Verdacht einer Böswilligkeit ist damit mehr als nur eine Unterstellung. Bedenklich ist die Tendenz, immer mehr ausländerrechtliche Fragen – Zuzugs-, Einbürgerungs-, Status- und Arbeitserlaubnisfragen – nicht explizit dort zu regeln, wo sie zu regeln sind, nämlich in der Staatsangehörigkeits- und Ausländergesetzgebung, sondern die Regelung in anderen Gesetz- und Verordnungszusammenhängen quasi zu verstecken, wohl in der Hoffnung, daß dadurch rechtsbedenkliche und z.T. menschenrechtswidrige Einschränkungen und Schikanen gegenüber Menschen ohne deutsche Staatsangehörigkeit in der liberaleren politischen Öffentlichkeit nicht bemerkt werden. Warten wir jetzt auf eine Welle der »Erfolgsmeldungen«, daß bestimmte Berufsgruppen und Branchen »ausländerfrei« sind??? Zu den Berichten über das neue Psychotherapeutengesetz: »Rasches Ende eines Streits« und »„Für Patienten eine Katastrophe“« in Frankfurter Rundschau vom Di., 22. Sept. 98, S. 21: Quelle: Leserbrief Frankfurter Rundschau: Psychotherapiegesetz, 980927
Einzelne Aufsätze aus unserer Verbandszeitschrift "politik unterricht aktuell", Mitteilungen aus dem Verband der Politiklehrer e.V., Hannover, ISSN 0945-1544, werden im Internet publiziert, wenn die jeweiligen Autorinnen und Autoren diesem zustimmen. Dabei wird eine Durchsicht auf Druckfehler vorgenommen und es wird das Layout der neuen Publikationsform angepasst. Dies geschieht stillschweigend. Für ein Zitieren der Texte ist anzugeben, ob die Heftpublikation oder die Internetveröffentlichung zu Grunde gelegt wird. Die im Internet veröffentlichten Texte sind über Hyperlinks direkt aus dem Inhaltsverzeichnis des jeweil igen Heftes heraus zu erreichen.Die Verwendung der Texte aus den Internetpublikationen von "politik unterricht aktuell" ist für den Bildungs-, Schul- und Hochschulbereich zugestanden. Ansonsten sind alle Urheberrechte vorbehalten. Verwendung, Nachdruck oder sonstige Speicherung und Vervielfältigung setzt die schriftliche Genehmigung durch den Verband der Politiklehrer, e.V., Hannover, voraus. Wir bedauern, dass wir in der Internet-Publikation wegen der begrenzten Codierungsmöglichkeiten abweichend von unseren Druck-Ausgaben nicht alle ausländischen Schriftzeichen korrekt darstellen können; das betrifft insbesondere polnische, türkische und serbo-kroatische Zeichen. Wir bitten Autorinnen und Autoren ebenso wie unsere Leserinnen und Leser ausdrücklich um Verständnis und Entschuldigung.
Verantwortlich
für diese Seite: Gerhard Voigt: Verband
der Politiklehrer e.V., Erstelldatum und Fassung der Datei: 26. April 2003. Internetpublikation 26.04.03 |
|
Web-Fassung: 31.08.2004 - Verantwortlich: Gerhard Voigt <politiklehrerverband.voigt@web.de> |