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Dokument Information |
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Verband
der Politiklehrer e.V., Hannover
Vorsitzender: Gerhard Voigt, OStR
Betrifft:
Auflösung des Faches Soziologie an der Universität Hannover
Die vom Wissenschaftsministerium geplante Auflösung des Faches Soziologie an der
Universität Hannover ist unverständlich und für den Wissenschaftsstandort
Hannover verhängnisvoll.
Es sollte der Hinweis nicht fehlen, dass die beiden emeritierten Professoren
Oskar Negt und Peter R. Gleichmann internationale Anerkennung erfahren haben und
– bei durchaus unterschiedlichem wissenschaftlichen Ansatz – in hohem Maße zur
Reputation der Universität Hannover beigetragen haben. Heute sollte die
Anerkennung auch Prof. Waldhoffs in der angelsächsischen wie der türkischen
Wissenschaft hervorgehoben werden, die maßgeblich zum Aufbau der türkischen
Zivilgesellschaft beiträgt.
Prof. Gleichmann leistete einen wesentlichen Beitrag zur Rezeption der
grundlegenden neuen Forschungsperspektiven der Zivilisationstheorie in
Deutschland, die Norbert Elias zuzuordnen ist.
In Osteuropa finden die Arbeiten zur Politischen Kultur und zum
Zivilisationsprozess aus der Arbeit des Lehrstuhls große Aufmerksamkeit. Gerade
jetzt erscheinen wieder Aufsätze von Prof. Elçin Kürºat und von Prof. Dawud
Gholamasad über zentrale gesellschaftliche Probleme im Nahen Osten in
international anerkannten Fachzeitschriften in Polen. Die Dissertation über
Polnische Intellektuelle und Arbeiter 1980/81 von Dr. Lothar Nettelmann erschien
gerade in polnischer Übersetzung. So verbindet die Arbeit des Soziologischen
Instituts zentrale Problem- und Konfliktbereiche in Osteuropa und dem Nahen
Osten, die im Kontext der zunehmenden Globalisierung für unsere eigene
Entwicklung von großer Bedeutung sind.
Die aus dieser Arbeit hervorgegangene Deutsch-Türkische Vereinigung für Sozial-
und Geisteswissenschaftlichen Austausch, Hannover, e.V. (am Soziologischen
Institut der Universität Hannover) veranstaltet in regelmäßiger Folge
hochrangige Tagungen in der Türkei und im Wechsel in Hannover mit
europapolitischen Themen. Die Tagungsergebnisse finden sich in einer immer
umfangreicher werdenden Schriftenreihe.
Die Bedeutung des langjährigen Forschungs-Schwerpunktes Migrationsforschung ist
in diese Arbeitsbereiche sinnvoll eingebunden und ermöglicht aktive und
wirksamen Einflussnahme auf die öffentlichen Diskussionen über die Situation der
Migranten in Deutschland und die Möglichkeiten einer verständnisvolleren
Einwanderungspolitik.
Der Verband der Politiklehrer e.V., Hannover, sieht in diesen thematischen
Schwerpunktsetzungen die Realisierung zentraler Schlüsselprobleme für den
Politikunterricht an den niedersächsischen Schulen. Die Politikdidaktik ist
abhängig von dieser aktiven Forschungsarbeit des Faches Soziologie und die
Lehrerausbildung im gesellschaftswissenschaftlichen Aufgabenbereich benötigt die
Lehrangebotes des Faches Soziologie dringend. Für die Politische Bildung wäre
der Verlust des Faches Soziologie in der Universität Hannover eine Katastrophe.
Es fällt schwer, hier nicht sachfremde politische Motive zu sehen, um eine
kritische Stimme in den gesellschaftlichen Diskursen zum Schweigen zu bringen.
Hannover, 26. Sep. 2003
Verband der Politiklehrer e.V., Hannover
Gerhard Voigt, Oberstudienrat
Vorsitzender
Pettenkoferstr. 13
30880 Laatzen
0511-824630
politiklehrerverband.voigt@web.de
http://www.politiklehrerverband.org
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pua 2/2002
ISSN
0945-1544
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Dokument
Information:
Veröffentlicht in
politik unterricht aktuell:
"Schulreform
in der Kontroverse"
Hannover, 2002. A
5, kart.
Herausgeber: Verband der Politiklehrer
e.V., Hannover
Vorsitzender: OStR Gerhard Voigt,
Pettenkoferstraße 13, D 30880 Laatzen
[ISBN 3-9807714-5-8]
8,00 EURO
eMail:
politiklehrerverband.voigt@web.de
http://www.voigt-bismarckschule.de
Internetausgabe: - Letzte
Überarbeitung:
URL: http/www.politiklehrerverband.org/PUBLIKAT/pua2002-2/p02-2_inx.htm |