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übernommen aus der
Schriftenreihe des UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule am Maschsee,Bismarckschule Hannover, e.V.,
ISSN 0945-1536: Son­der­heft 1 / 2001

 

Inhaltsverzeichnis
Autorenverzeichnis

Impressum zu diesem Aufsatz

 

Lothar Nettelmann, Hrsg. 

Europäische Umbrüche in deutsch-polnischer Perspektive

 

Reflexionen zur Entwicklungsdynamik in Mitteleuropa. 

Beiträge des Symposions »Politik und Wirtschaft in Polen – ein Beitrag zur politischen Bildung« der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hannover e.V. und der Niedersächsischen Landeszentrale für Politische Bildung im April 1999

 

Texte aus der Arbeit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hannover e.V.
Hannover 2001, 104 S., A 4, kart.

[ISBN 3-930307-11-1] 18,00 EURO

 

Lothar Nettelmann

 

Einleitung

Paradigmenwechsel ist der Begriff in der modernen Wissenschaft, der sich als Überschrift für komplexe Vorgänge der jüngsten Zeit durchgesetzt hat. Er über­schreibt dabei wesentlich zwei Ebenen: die Handlungsebene sozialer Prozesshaf­tigkeit, für die die traditionalen Termini historischer Betrachtung einer Revolu­tion oder Reform nicht mehr anwendbar sind, sowie die Theorieebene.

Der Revolutions-Begriff [[i]] ist nur noch in geringen Ansätzen zu Beginn der Transformation verwendet worden und danach völlig verblasst.

Der Reform-Begriff [[ii]] bis zum Ende der siebziger Jahre die Vorstellung eher der Linken nach Noch-Reformierbarkeit realsozialistischer Systeme und seit der Veränderungsphase 1989/90 die positive Vorstellung im liberalkonservativen Lager, dass die Menschen ›östlich der Elbe‹ nunmehr ‚alles‘ so machten wie ‚wir‘ im Westen. Zeitgleich mit der Aufhebung der West-Ost-Spannungsbezie­hung hat dieser Begriff nur mehr funktionalen Charakter.

Die Tendenz, den zurückliegenden Prozess in Mitteleuropa zu erforschen und für die politische Bildung zu nutzen, ist gegenwärtig leider nur in geringem Maße erkennbar. Die Bereitschaft ist zudem in den betroffenen Figurationen [[iii]] der mittelosteuropäischen Länder kaum vorhanden.

Gegenwärtig hat sich eher der Wunsch zur Erforschung der Mordernisierung durchgesetzt. Kann aber die Euro­päisierung Europas als Gegenstand von ›european studies‹ untersucht werden ohne die gegenwärtig anhaltende Transformationsphase intensiv einzubeziehen? Für dieses Geschehen kann insbesondere Polen in raumzeitlicher Dimension als exemplarisch gelten.

Im April 1999 fand in Leibnizhaus in Hannover eine Symposium mit polni­schen und deutschen Experten statt zum Thema ›Politik und Wirtschaft in Polen – ein Beitrag zur politischen Bildung‹ Es handelte sich um eine gemeinsame Ver­anstaltung der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hannover e.V. und der Nieder­sächsischen Landeszentrale für politische Bildung. Ziel war es, anhand von Bei­spielen aus Politik, Gesellschaft, Geschichte und Wirtschaft die Transformation darzustellen.

Als zweiter Komplex sollte über die Ansätze zur Anwendung in der Didaktik der politischen Bildung diskutiert werden. Reflexionen über den Paradigmen­wechsel sind in den Aufsätzen von Bernhard Claußen und Birgit Wellie enthalten [[iv]]. Der Warschauer Geschichtsdidaktiker Jerzy Centkowski [[v]] konnte leider aus dienstlichen Gründen nicht teilnehmen und musste kurzfristig absagen.


[[i]]     vgl.: Nettelmann, Lothar: Die Ereignisse in Polen 1980/81 – eine Revolution? In: Politisches Denken –  poli­tisch Handeln. Politik Unterricht Aktuell. Hannover, Heft 1-2 / 1997.

[[ii]]    vgl.: Nettelmann, Lothar: Polnische Intellektuelle und Arbeiter 1980/81. Hannover 1997; S. 193ff.

[[iii]]    Der Figurationsbegriff ist im Sinne von Norbert Elias zu verstehen. Er bezieht Interdependenzen und Span­nungs­be­zie­hungen zwischen Menschen und Menschengruppen ein. (vgl.: Schäfers, Bernhard: Grundbegriffe der Soziologie, Leverkusen 1986, S. 88f.)

[[iv]]    Bernhard Claußen war als Referent zum Symposion eingeladen und mußte aus dienstlichen Gründen absa­gen. Birgit Wellie hatte sich kurzfristig bereit erklärt, Thesen zur Diskussion auszuarbeiten. Ihr Aufsatz stellt eine über­ar­beitete Fassung ihres Seminarvortrags dar.

 [[v]]    Herr Centkowski hat bereits mehrfach in Hannover referiert. Er ist Spezialist für die Entwicklung der Geschichtsdidaktik in Deutschland und ist gegenwärtig an der Erarbeitung von Konzeptionen zur politischen Bil­dung in Polen beteiligt. Sein Referat über den Aufbau der politische Bildung in Polen wird zu einem späteren Zeitpunkt erwartet.

 

Zu den Autoren

ADAMCZYK, DARIUSZ, Dr.; Historiker und Politologe, geboren 1966 in Po­len, Studium in Kattowitz und Hannover. Schwerpunkte: Polens halbperi­phere Stellung in Mitteleuropa - die Ungleichheit der Entwicklungen, Weltsystemtheorie. Anschrift: Universität Hannover, Historisches Seminar, Im Moore 21, 30167 Hannover, Tel.: 0511/762-3887.

CLAUßEN, BERNHARD, Dr., Dipl.-Päd.; Professor am Institut für Sozialwis­senschaften an der Universität Hamburg; Schwerpunkte: Didaktik der Poli­tik, politische Sozialisation, Demokratisierung, politische Kultur, ökono­misch-ökologische Systemtransformation, Politologie der Pädagogik, An­schrift: Universität Hamburg, Fachbereich 06/Institut 8, Von-Melle-Park 8, 20146 Hamburg-Rotherbaum, Tel.: 040/42838-2169.

DUTKOWSKI, MAREK, Dr.; Professor für Geographie an der Universität Danzig; Schwerpunkte: Wirtschaftsgeographie, Ökologie, Disparitäten in Europa, Stadtgeographie.

KORTUS, BRONISLAW, Dr.; Professor für Geographie an der Universität Krakau; Schwerpunkte: Wirtschaftsgeogaphie und Didaktik der Geographie.

NOLTE, HANS-HEINRICH, Dr.; Professor für Geschichte an der Universität Hannover; Schwerpunkte: Osteuropaforschung, Weltsystemtheorie. An­schrift: Universität Hannover, Historisches Seminar, Im Moore 21, 30167 Hannover, Tel.: 0511/762-4431.

NETTELMANN, LOTHAR, Dr.; Oberstudienrat an der Bismarckschule Hanno­ver; Schwerpunkte: Didaktik der Politischen Bildung, Polen, Zivilisations­theorie. Anschrift: Bismarckschule, An der Bismarckschule 5, 30173 Han­nover, Tel. 0511/43456.

TYCNER, JANUSZ: Journalist in Warschau; Schwerpunkte: Europapolitik als europäische Innenpolitik. Anschrift: ul. Niemcewicza 7/9 m 184, Polen 02-022 Warszawa, Tel./Fax: 0048/22/6580969

 

Zu den anderen Aufsätzen in diesem Band:

Lothar Nettelmann
Einleitung

 

Janusz Tycner:
Jugend und Gesellschaft in Polen heute

Einleitende Bemerkungen

1. Familie

2. Politik

3. Bildung und Beruf

4. Die Kirche

5. Das eigene Land und das Ausland

6. Fazit

 

Bronislaw Kortus:
Die Integration semiperipherer Regionen
Ostmitteleuropas in die Europäische Union und die Auswirkung der Globalisierung

Einführung

1. Westeuropa und Ostmitteleuropa (Kern und Peripherie)– einige Strukturmerkmale

2.1 Eine differenzierte Peripherie

2.2 Die wirtschaftlich-räumliche Differenzierung

3.1 Endogene und exogene Impulse zur beschleunigten Entwicklung der Peripherie

3.2 Zusammenarbeit in den Grenzgebieten

4. Auswirkung der Globalisierung

5. Auslandskapital

6. Fazit

 

Marek Dutkowski:
Wirtschaftliche Interessen versus Ökologie

Einführung

1. Polen - der hausgemachte Prügelknabe in Sachen Umwelt

2. Verbesserung der Umweltlage nach 1990

3. Trotz der besseren Wirtschaft - neue Umweltprobleme

4. Moderne Straßenverbindung des Hafens Gdingen versus Landschaftsschutzgebiet

5. Eine neue alte Mülldeponie für Gdingen

6. Diesmal wollen die Danziger nicht für die Franzosen sterben

 

Dariusz Adamczyk:
500 Jahre Rückstand: Die historischen Ursprünge der halbperipheren Stellung Polens im Weltsystem

 

Hans-Heinrich Nolte:
Von ‚Moffen‘ und ‚Polacken‘

1. Arbeitsmigrationen an den wandernden Grenzen zur Halbperipherie

2. „Westfälische Wüsteneien“

3. “Sperlinge auf den Bäumen”

4. Entwicklungsdifferenzen und sozialer Hochmut

 

Bernhard Claußen: [nur in der Druckausgabe]
Paradigmenwechsel in Europa?

Tendenzen und Potentiale für eine Neubestimmung von Politik und Politischer Bildung

1. Politik und Politische Bildung als Umgang mit Wandel: ein überzeitliches Aufgabenparadigma

2. Phänomene des sozio-ökonomischen und politisch-kulturellen Wandels in Europa: Signaturen der Veränderung als Herausforderung für zeitgemäße Politische Bildung

3. Reichweiten, Strukturen und Funktionen des Wandels im globalen Rahmen: Wesensmerkmale für die materielle und ideelle Ordnung innergesellschaftlichen und zwischenstaatlichen Zusammenlebens

4. Europa im oder vor dem Paradigmenwechsel: Probleme der nationalen wie internationalen Politik und der ihr korrespondierenden Bildungsarbeit

5. Entwicklungen der Ausgestaltung des deutsch-polnischen Verhältnisses: ein Paradigma für europäisches Verantwortungsbewußtsein in Politik und Politischer Bildung

6. Historische Bewußtheit, Realitätssinn und visionärer Gehalt im politischen Denken: Perspektiven für einen produktiven Umgang mit dem Paradigmenwechsel

Literatur

 

Birgit Wellie:  [nur in der Druckausgabe]

Zur Neubestimmung Politischer Bildung in Theorie und Praxis nach dem Paradigmenwechsel in Europa

Einführung

1. Paradigmenwechsel in Europa - :einheitliche Terminologie für disparate Zustände?

2. Politische Bildung in der Bundesrepublik Deutschland vor dem Paradigmenwechsel in Europa

3. Politische Bildung in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Paradigmenwechsel in Europa

Auswahlbibliographie

 

Lothar Nettelmann
Handlungsorientierung im Schüler-Austausch mit Polen
Schul-Partnerschaften und handlungsorientierter Unterricht

1. Zur Handlungsorientierung

2. Zum historischen Gegenstand

2.1. Vorbemerkungen

2.2 Schüleraustausch‑Aktivitäten im Rückblick

2.3 Zur didaktischen Konzeption

3. Zur Problematik seitens der Unterrichtsfächer

3.1 Didaktischen Prämissen auf deutscher Seite

3.2 Zum pädagogische Diskurs mitpolnischen Kolleginnen und Kollegen

4. Nachbemerkungen

 

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Impressum zu diesem Aufsatz:

Internet Publikation von: Lothar Nettelmann, Hrsg.: Europäische Umbrüche in deutsch-polnischer Perspektive. Reflexionen zur Entwicklungsdynamik in Mitteleuropa. Beiträge des Symposions »Politik und Wirtschaft in Polen – ein Beitrag zur politischen Bildung« der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hannover e.V. und der Niedersächsischen Landeszentrale für Politische Bildung im April 1999. Schriftenreihe des UNESCO-Clubs für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.V., ISSN 0945-1536: Son­der­heft 1 / 2001.  Texte aus der Arbeit der Deutsch-Polnischen Gesellschaft Hannover e.V. Hannover 2001, 104 S., A 4, kart. - Inhalt / Vorwort - Durchgesehen Fassung. Alle Rechte vorbehalten. Verwendung im Schul- und Bildungsbereich zugestanden. Jede weitere Verwendung nur mit ausdrücklicher Zustimmung des Herausgebers, UNESCO-Club für die UNESCO-Schule am Maschsee, Bismarckschule Hannover, e.V. – Verantwortlich für die Internet-Publikation: Gerhard Voigt,
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Web-Fassung: 31.08.2004 - Verantwortlich: Gerhard Voigt <politiklehrerverband.voigt@web.de>
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