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Stichworte zu einer
Krisenbeschreibung
der heutigen pädagogischen Situation mit einigen
Ausblicken auf eine Reform der didaktischen Ansätze - nicht nur in den politik-
und gesellschaftswissenschaftlichen Fächern.
Der Verband der Politiklehrer möchte eine neuen Schritt in
die grundsätzlichen pädagogischen Diskurse hinein tun und aus den Stichworten
ein umfangreicheres Diskussionspapier entwickeln. Die vorliegende Fassung stammt
von Gerhard Voigt und Dr. Lothar Nettelmann - und der Verbad wie die Autoren
erhoffen sich aus dem Kreis der Leser Kritik, Ergänzungsvorschläge,
grundsätzliche Formulierungen und und Diskursbeiträge...
Nehmen Sie bitte Kontakt mit uns auf. Kontaktmöglichkeiten
vgl. Impressum bzw.
Adressen des Verbandes der Politiklehrer
Arme Kinder – Arme Lehrer
Wie Gesellschaft und Politik Kindheit und
Schule kaputt machen
Exposé
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Die fünf nicht
bewältigten gesellschaftlichen „Megatrend“, die unsere Zivilisation in Frage
stellen
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Ökonomisierung des Denkens – Leben zur
Gewinnorientierung und als Gewinn-Verlust-Bilanz
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Globalisierung von Wirtschaft und Macht – Entwertung
und „Privatisierung“ ziviler Verhaltensweisen – Krise der Zivilgesellschaft
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Legales
Gewaltmonopol – Legitimität einer Brutalisierung der Gesellschaft
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Verfestigung der Sozialen Ungleichheiten – Sicherung
der Privilegien der Herrschenden bzw.der Machteliten und der jeweils über
die Macht Verfügenden
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Besetzung
der zentralen Begrifflichkeit – Anathematisierung des eigenen Denkens
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Die fünf
zentralen verhängnisvollen Begriffe der Herrschaftssicherung
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Konkurrenz
und Evaluation – „Der Krieg Aller gegen Alle“ (Hobbes)
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Konformität
und Profilierung – „Diese Zwänge zur Identifikation und
Individualisierung, zu Konformität und Profilierung, gehen wie die
zwei Seiten eines Januskopfes aus ein und demselben Prozess der
Zivilisation hervor“ (Cas Wouters)
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Leistungsträger und Eliten – „Müssen diejenigen, die ohnehin privilegiert
sind, in Hinblick auf Macht und Verfügung über materielle Ressourcen in der
aktuellen Politik noch bevorzugt werden?“
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Markt statt
Verantwortung – „Nicht allein die Wirtschaftskrise hat den Bankrott der
akademischen wirtschaftstheoretischen Lehre deutlich gemacht. Die
Gedankenstrukturen, die sie vermittelt, hatten sich schon lange vorher als
hohl erwiesen.“ (Joan Robinson)
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Spontanität
– „Spontan sein heißt heute: Nicht nachdenken, kritische Distanz vermeiden,
Emotionalität ungefiltert ausleben, Fremdsteuerung zulassen...“
(das bedeutet: unüberlegt, unbedarft,
unkritisch handeln)
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Die fünf
verhängnisvollen didaktischen Konzepte, die die Schülerinnen und Schüler vom
Lernen entfremden
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Sequenzialität statt Vernetzung – dies geht vom Primat der
wissenschaftlichen Systematik aus, missachtet dabei die tatsächlichen
Lernprozesse
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Vom Nahen zum Fernen? Wir kennen die Nähe und Ferne der
Erlebniswelt unserer Schülerinnen und Schüler nicht, wir gehen wieder von
(nach Zufallskriterien gesetzten ) Sachstrukturen und nicht von
Lernprozessen aus
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Arbeitsunterricht – hier wird Selbstständigkeit vorgetäuscht, aber durch die
Individualisierung des Lernens wird der Lernverlauf (zum Beispiel durch
„Arbeitsblätter“) umso stärker intendiert
und lenkend eingeengt
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Abschluss-,
Test- und Verwertungsorientierung (Berufsqualifikation) – hier wird auf
einen Punkt hin und nicht auf ein Bildungsziel zu gelernt, nach dem Bestehen
der Überprüfung fragt niemand mehr danach, was für Fähigkeiten wirklich
gelernt worden sind (wird neuerdings als
„Bulimie-Lernen“ bezeichnet)
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Sushi- und
Tapas-Pädagogik – der Lernende wird als leeres Gefäß aufgefasst, das in der
Schule mit einer bestimmten Anzahl (kognitiver) „Häppchen“ anzufüllen ist,
bis das Bildungsziel eines angefüllten Schülers erreicht ist (auch
Dolmuş-Didaktik)
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Fünf Säulen
einer veränderten (und durchaus nicht neuen) Pädagogik
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Ergebnisorientiertes Lernen – wobei das Ergebnis nicht eine Prüfung ist,
sondern ein gemeinsames Produkt, das in flexibel gestalteten
Arbeitsschritten fertig gestellt wir: zum Beispiel handwerkliche oder
künstlerische Werke, die einen eigenen Wert besitzen und auf die die
Schülerinnen und Schüler stolz sein können...
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Projektorientiertes Lernen – hierbei werden die Arbeitsschritte selbst
thematisiert, Fehler und Umwege sind notwendige Erkenntnisschritte, zum
Beispiel Entwicklung eigener Versuchsanordnungen in den Naturwissenschaften
wie in den Gesellschaftswissenschaften, Umgang mit Zeitzeugen und
Archivalien, Kartierungen...
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Narratives
Lernen – Erzählungen folgen, ob in der Literatur oder von Lehrerinnen und
Lehrern, die damit auch ihre eigenen Erfahrungen und Erlebnisse vermitteln
können; es ist evident, dass beim Treffen ehemaliger Schülerinnen und
Schülern mit ihren Lehrerinnen und Lehrern meist das erinnert wird, was ganz
persönlich erzählt wurde...
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Lernen vor
Ort – aus der Schule herausgehen, Projektarbeit an öffentlichen Orten
betreiben, Exkursionen durchführen, Studienfahrten unternehmen – so
entstehen Eindrücke und Lernerfolge, die ein Leben lang halten, wenn die
kognitiven Häppchen der traditionellen Schule längst vergessen und überholt
sind...
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Begegnung
auf Augenhöhe – Schülerinnen und Schüler müssen im Sinne der Würde des
Menschen als Gleiche Behandelt werden, auch dann, wenn die Lernsituationen
und die Altersdifferenz eine gewisse Distanz einfordern und funktional
asymmetrisch sind und sein müssen; doch die Schülerinnen und Schüler müssen
spüren, dass sie in ihrer Eigenheit ernst genommen und respektiert werden...
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Fünf
Problemkreise, die als Zentrierungsthemen beziehungsweise Diskurse die
didaktisch-curricularen Konzepte strukturieren könnten
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Historischer
Diskurs – die Gegenwart im Kontext der historischen Gewordenheit erfahren
und in Figurationen denken (Norbert Elias)
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Natur und
Gesellschaft – die Science Wars: „Für mich zumindest war klar, daß die
beiden Großen Erzählungen der „Natur“ und der „Gesellschaft“, mit denen der
Modernismus seine Verfassung, wie ich es nannte, konstruiert hat, stets nur
den oberflächlichsten Teil dessen darstellten, was mit den Modernen
geschehen ist“ (Bruno Latour)
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Die
Familie als soziales Konstrukt – das Prinzip „Vater“ als Verweis auf die
„Letztbegründung“ in Philosophie und Religion (Pierre Legendre)
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Geschlecht, „Gender and Sex“
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Wahrheit
und „political correctness“ als philosophisches und gesellschaftliches
Problem
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Soziale
Ungleichheit – Geschichte, Macht und Ethik – Fach- und methodenübergreifende
Unterrichtsprojekte
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Zivilisation, Kultur und Kulturkonflikte – Fach- und methodenübergreifende
Unterrichtsprojekte
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Materielle
Zentren der globalen Erfahrung – Energie, Wasser, Umwelt, Salz... Fach- und
methodenübergreifende Unterrichtsprojekte (vgl. ältere Entwürfe in den
„niedersächsischen Handreichungen“)
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